Apple: Back to the Roots?

Das Jahr begann für Apple mit einem Paukenschlag. Der Tech-Gigant aus Cupertino, Kalifornien, erreichte als erster Konzern der Welt eine Marktkapitalisierung von drei Billionen USD. Das ist höher als das Bruttoinlandsprodukt einiger G7-Nationen. Dabei zwang der Chipmangel in der Halbleiterindustrie Apple noch im letzten Jahr, die Produktion von iPhones und iPads zu drosseln. Im Oktober musste die Produktion sogar mehrere Tage ganz stillstehen. Das ausgerechnet in einer Zeit, in der Apple wegen des Weihnachtsgeschäfts normalerweise „hochfährt“.

Insgesamt hat die Knappheit von Halbleiterchips und Mikroprozessoren das ursprünglich angepeilte Produktionsziel für das iPhone 13 von 90 Millionen geplanten Geräten etwa um 10 Millionen Stück reduziert. In der Folge hatte die Aktie des iPhone-Herstellers im Dezember dann auch leicht korrigiert. Seit Jahresauftakt ging es wieder steil bergauf, auch einen erneuten Dip, kurz nach Ausbruch des Ukraine-Kriegs, hat Apple längst wieder hinter sich gelassen. Bei seiner jüngsten Produktpräsentation stellte Apple vor allem Innovationen und Neuheiten in seiner Computer-Sparte vor. Der Konzern scheint sich auf seine Wurzeln und alten Tugenden zurückzubesinnen. Dies kommt an der Börse offensichtlich gut an.

Kleiner Computer, Riesenleistung

Am 8. März 2022 präsentierte der iPhone-Hersteller auf einer virtuellen Konferenz seine Produktneuheiten. Mit dabei ein neuer Desktop-Computer namens „Mac Studio“. Damit könnte Apple eine neue Ära für stationäre Rechner einleiten. Sperrige Tower, die viel Platz unter oder neben dem Schreibtisch wegnehmen, gehören der neuen Produktlinie zufolge der Vergangenheit an.

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Der Mac Studio ist so kompakt, dass er, wie schon der Mac Mini, problemlos auf dem Schreibtisch Platz hat. Dabei hat „der Kleine“ es in sich. Sowohl die CPU- als auch die GPU-Leistung sind deutlich höher als beim Mac Pro, dem bisher leistungsstärksten Rechner von Apple. Der im Mac Studio verbaute neue „Super-Prozessor“ kommt aus eigener Produktion. Es ist die vierte Chip- beziehungsweise Prozessor-Generation, die Apple selbst entwickelt hat.

Apple mischt die Chip-Branche auf

Der Konzern nennt den neuen, hauseigenen Chip für den Mac StudioM1 Ultra“. Es soll der leistungsstärkste Chip auf dem Markt sein und sämtliche 16-Kern-Prozessoren von Intel & Co. in den Schatten stellen. Für den M1 Ultra werden zwei kleinere M1-Max-Chips mit einer ebenfalls bei Apple entwickelten Verbindungstechnologie zusammengeschaltet.

Letzteres ist ein klarer Schlag gegen den Chip-Primus Intel. Dieser ist nämlich besonders stolz auf seine sogenannten „Packaging-Techniken“, mit denen Teile von Prozessoren verbunden werden. Apple stellt seine Mac-Computer gerade von Intel-Prozessoren auf Chips aus eigener Entwicklung um. Damit kann der Konzern von einer gemeinsamen technischen Basis bei seinen Geräten von iPhone über iPad bis hin zum Mac profitieren.

Wenn der M1 Max und der M1 Ultra tatsächlich so leistungsstark sind, wie der Konzern es gerade verspricht, führt er damit nicht nur die alten Hasen der Halbleiterbranche vor. Auch PC-Hersteller wie HP, Lenovo oder Microsoft tun gut daran, ihren Wettbewerber aufmerksam zu beäugen. Jedenfalls scheint Apple an seinem Ursprungsgeschäft, mit dem einst in einer Garage im kalifornischen Los Altos alles begann, wieder richtig Gefallen zu finden. Und die nächste Innovation für diesen Markt kündigt sich bereits an.

Nach „klein“ kommt „weg“

So klein der neue Mac Studio auch bereits ist, eine neue Patentanmeldung deutet darauf hin, dass Apple an einem Rechner tüftelt, der gar keinen Platz mehr auf dem Schreibtisch einnimmt. Den eingereichten Plänen zufolge soll der Rechner vollständig in der Tastatur verbaut sein. Der Tastatur-Mac“ besitzt scheinbar nur einen einzelnen Anschluss, der an den Monitor gesteckt wird. Darüber soll nicht nur die Bildwiedergabe, sondern auch die Stromzufuhr und sämtliche Eingaben der Tastatur laufen.


Das Kabel wird per USB-C mit dem Display verbunden, an dem sich dann wiederum weitere Ports für Zubehör und Eingabegeräte befinden könnten. Ob Apple tatsächlich ein derartiges Produkt auf den Markt bringen wird, steht derzeit noch nicht fest. Das Patent beschreibt lediglich ein Konzept, aber es zeigt, dass Apple sich auf den Innovationen von heute keinesfalls ausruhen will und kontinuierlich weiterdenkt.

Starke Umsätze auf breiter Basis

Trotz der zeitweisen Einschränkung durch die eingangs erwähnten Lieferengpässe stellte der Konzern im Schlussquartal 2021 (für Apple das erste Quartal im neuen Geschäftsjahr 2021/22) neue Rekordergebnisse auf. Erstmals überstieg der Umsatz in einem Quartal die Marke von 100 Mrd. USD.

Mit Ausnahme der iPad-Sparte, die leicht (von 8 % auf 6 %) zurückging, erzielten alle Bereiche neue Höchstumsätze. Am stärksten stiegen die Bruttoerlöse bei Services (+24 %) und Macs (+25 %). Operativer Gewinn, Cashflow und Nettoergebnis schnellten ebenfalls um über 20 % nach oben.

Wer einst dachte, stationäre PCs würden wegen Touchpads und immer leichteren Laptops bald von der Bildfläche verschwinden, den belehrt Apple gerade eines Besseren. Die Mac-Sparte entwickelte sich im letzten Quartal mit am stärksten und ist erstmals seit langem an der iPad-Sparte vorbeigezogen.

Starker Zuwachs in China

Nicht nur im Produktportfolio, auch in der Umsatzentwicklung in den einzelnen Märkten ist Bewegung. Über 40 % der Erlöse generiert Apple weiterhin auf seinem Heimatmarkt, Europa bleibt mit 24 % Umsatzanteil vorerst der zweitgrößte Markt. Bei dem Wachstumstempo, das Apple gerade in China an den Tag legt, könnte sich dies jedoch bald ändern.

Während Apple den Umsatz in Europa um 9 % und in der Region Amerika um 11 % steigern konnte, wuchs das Geschäft in der Volksrepublik im ersten Quartal 2021/2022 um 21 %. Dieser Markt wird für Apple immer wichtiger. Vor einem Jahr lag der Umsatzanteil in China bei 19 %, jetzt sind es bereits 21 %. 

Unaufgeregte Zuversicht für die Zukunft

Beim Ausblick auf das Gesamtjahr hält sich die Führungsriege um Apple-CEO Tim Cook aktuell noch mit konkreten Wachstumszielen zurück. Die noch nicht überwundenen Lieferengpässe, der fortbestehende Chipmangel sowie die global steigenden Rohstoffpreise erzeugen eine kaum seriös prognostizierbare Marktsituation. Dennoch: mit einem „soliden Wachstum“ rechnet sowohl das Konzernmanagement als auch wir.

Apple zeigt immer wieder, dass dem Unternehmen die Ideen nicht ausgehen. Mit seinem neuen, leistungsstarken Prozessor fordert der Konzern nun den Chip-Riesen Intel heraus, mit seiner neuen, kompakten Desktop-Lösung Mac Studio tritt Apple gegen die etablierten Desktop-PC-Hersteller an. Wir sind gespannt, wie sich diese „Rennen“ an der Börse entwickeln werden. Wachstumspotenzial ist jedenfalls vorhanden.

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Prof. Dr. Max Otte

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