Apple: Profitabelstes Unternehmen der Welt.

In Deutschland gab es einmal den Spruch: „Wer einmal hinterm Stern gesessen, der wird Mercedes nie vergessen.“ So manche Autofahrer kamen bei diesem Satz ins Schmunzeln, für viele war da aber mehr als ein Körnchen Wahrheit dabei. Im Wettbewerb um mobile Endgeräte wie Tablets und Smartphones ist gerade eine ähnliche Entwicklung ab. Wer sich einmal ein iPhone zulegte, wird sich sehr wahrscheinlich auch beim nächsten Mal für diese Marke von Apple entscheiden und nicht für ein Gerät aus dem Hause Samsung, Huawei oder Xiaomi. Und wer einmal im PC- und Notebooksegment von anderen Herstellern in die Apple-Welt wechselte, will sicherlich auch nie wieder zurück.

Mit einer Marktkapitalisierung von rund 2,4 Billionen USD ist Apple derzeit an der Börse das teuerste Unternehmen der Welt.  Und das ist noch nicht alles. In der jüngsten Fortune 500 Studie wurde Apple zudem zur profitabelsten Firma der Welt gekürt. Letztes Jahr lag das Unternehmen noch auf Platz 3.

Gespür für Trends

Ob iPhone, iPad, Apple Watch und Air Pods – die Produkte des Unternehmens dürften so gut wie jedermann bekannt sein. Die Strategie  von Gründer Steve Jobs eines in sich geschlossenen Systems, wird bei Apple bis heute durch und durch gelebt. Sämtliche End-to-End-Geräte, die das Unternehmen auf den Markt bringt, laufen mit den hauseigenen Betriebssystemen (bei Smartphones beispielsweise iOS).

Das Unternehmen hat ein Gespür für die Trends von Morgen. Mit seiner Innovationskraft setzt Apple bisweilen selbst einen neuen Trend. Denken Sie daran, wie der Konzern einst mit seinem tragbaren mp3-Player namens iPod die Musikwelt revolutionierte. Mit der Erfindung von iTunes und dem Apple-Store wurde diese Branche ein paar Jahre später erneut umgekrempelt. Wer kauft heute noch CDs? Heute werden Songs einfach im digitalen Store heruntergeladen oder man streamt.

Dasselbe ist im Filmgeschäft passiert. Videotheken sind längst Vergangenheit und wenn man heute überhaupt noch TV-Sendungen aufnimmt, geschieht auch dies digital. Streamingdienste sind im Filmbusiness ebenfalls angesagt. Nicht verwunderlich, dass Apple seit einiger Zeit auch in diesem Geschäft kräftig mitmischt.

Langfristige Umsatz- und Gewinnentwicklung stellt alles in den Schatten

Die langfristige Umsatz- und Gewinnentwicklung von Apple sucht weltweit ihresgleichen. In den letzten zehn Jahren haben  sich Umsatz und Gewinn nahezu jährlich gesteigert. Dem Konzern ist es gelungen, sich immer wieder neu zu erfinden. Jedes Mal, wenn es so aussah, als könnte es um die Produkte des Unternehmens langweilig werden, kam Apple mit einer innovativen Sensation um die Ecke.

Zur Freude der Anleger entwickelte sich der Apple-Börsenkurs sogar noch besser als die reinen Zahlen des Unternehmens. Während der Umsatz auf Basis der zuletzt verfügbaren Zwölfmonatszahlen um 26,5 % stieg, legte die Aktie im selben Zeitraum (01.07.2020 bis 30.06.2021) um mehr als 50 % zu.

Corona beflügelt Geschäft weiterhin

Seit Beginn der Corona-Pandemie sind Computer und Laptops und damit eben auch Mac-Computer, MacBooks und iPads stärker gefragt, weil viele Menschen mehr von Zuhause aus arbeiten und lernen müssen. Und natürlich gilt dies auch für die Apple-Umsätze außerhalb der USA.

Tatsächlich wird der europäische Markt  für den Konzern immer wichtiger. Die Erlöse in dieser Region stiegen Anfang 2021 auf rund 22 Mrd. USD. Daneben erholten sich die Geschäfte in China ordentlich. Während der Umsatz hier im 1. Quartal 2020 durch den Ausbruch der Corona-Pandemie stark einbrach, konnten zu Beginn dieses Jahres Erlöse in Höhe von 17,7 Mrd. USD eingesammelt werden. Laut Apple-CFO Luca Maestri lag das Wachstum zum damaligen Zeitpunkt in keiner Region unter 35 %.

Da wären auch noch Dividenden und Aktienrückkäufe

Die Dividendenentwicklung kann mit Zuwachsraten bei Umsatz und Gewinn und schon gar nicht mit der Kursentwicklung mithalten. Im April erfolgte im Vergleich zum Vorquartal (0,205 USD) eine Steigerung der Quartalsdividende um rund 7 %. Es ist immerhin die neunte jährliche Dividendenerhöhung in Folge.

Auf den aktuellen Kurs von 146,53 (Schlusskurs 11.08.2021) bietet die Aktie eine aktuelle Dividendenrendite von 0,6%. Anleger, die schon länger dabei sind und entsprechend  zu einem niedrigeren Kurs einsteigen konnten, sieht die Dividendenrendite schon anders aus. Wer beispielsweise im Juli 2020 zu einem Kurs von rund 91 USD einstieg und bis heute dabei ist, für den bedeutet die aktuelle Jahresdividende von 0,88 USD immerhin schon eine Brutto-Dividendenrendite von knapp 1 %.

Bis Apple zu einem klassischen Dividendentitel wird, wird es sicher noch dauern. Weil das Unternehmen aktuell – und aus unserer Sicht verständlicherweise – lieber in Wachstum investiert.

Das Management nutzt in der Zwischenzeit aber ein anderes Mittel, um unabhängig von der Kursentwicklung (die kann das Management schließlich nicht lenken) Mehrwert für Aktionäre zu schaffen. Es geht um Aktienrückkäufe. Derzeit sind weitere Aktienrückkäufe in einem Volumen von bis zu 90 Mrd. USD geplant. Jedes Mal, wenn Apple eigene Aktien zurückkauft und diese anschließend vernichtet, nimmt der Anteil, den jede einzelne  noch verblieben Aktie am Grundkapital hat, zu. Schließlich ist der gesamte Kuchen nun auf weniger Stücke verteilt.

Fokus auf Wachstum

Wer wachsen will muss investieren. Dies tut Apple und zwar nicht zu knapp. Am Heimatmarkt plant der Konzern Investitionen in Höhe von 430 Mrd. USD. Diese Pläne dürften ganz im Sinne von US-Präsident Biden sein, der wie sein Vorgänger an der Strategie „America first“ festhält und Unternehmen dazu animieren möchte, wieder mehr im Inland zu produzieren.. Ein Teil davon soll in die Chipentwicklung und die 5G-Technologie fließen. Die Investitionen sollen nach Aussage von Apple 20.000 neue US-Arbeitsplätze schaffen. Darüber hinaus sind auch Direktinvestitionen in amerikanische Zulieferer, Datenzentren und Neuproduktionen für den Streaming-Dienst Apple TV+ beabsichtigt.

So will Apple unter anderem mehr als 1 Mrd. USD in North Carolina investieren und mit der Arbeit an einem neuen Campus und Forschungszentrum im sogenannten „Research Triangle“ beginnen. Dadurch sollen allein 3.000 Jobs in den Bereichen Machine Learning, Künstliche Intelligenz, Softwareentwicklung und anderen geschaffen werden. Leisten kann sich Apple die Investitionen in jedem Fall. Per 31.03.2021 wies der Konzern Reserven von 204 Mrd. USD aus.

Aktuelle Quartalszahlen stimmen optimistisch

Ende Juni hat Apple die jüngsten Quartalszahlen für das 3. Quartal des Geschäftsjahres 2020/21 präsentiert, das am 30. Juni zu Ende ging. (Ein Geschäftsjahr geht bei Apple immer von Oktober bis September des Folgejahres).  Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache. Das Wachstum ist bei Apple noch nicht vorbei. Der Gewinn stieg von 11,3 auf 21,7 Mrd. USD – ein Plus von 92 %. Beim Umsatz ging es von 59,7 rauf  auf 81.4 Mrd. USD. Die Erlöse stiegen somit um 36,3 %.

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