Gerade ging es durch sämtliche Medien. In Deutschland steht die Inflationsrate derzeit bei 5,2 %. Das ist der höchste Wert seit 1992. Private Haushalte spüren besonders die gestiegenen Energiepreise aber auch die Teuerung bei Lebensmitteln.

Nehmen wir uns die Erzeugerpreise vor – diese sind ein guter Indikator für die Entwicklung der allgemeinen Inflationsrate – sieht es noch viel düsterer aus. Im Oktober stiegen die Preise für gewerbliche Produkte gegenüber dem Vorjahresmonat um 18.4 % und damit so stark wie seit siebzig (!) Jahren nicht mehr.

Siebzig Jahre. Das war 1951. Derzeit jagt ein Preishoch das nächste. Auf die Anstiege während der ersten Ölkrise 1974 wurden übertroffen. Haupttreiber sind die Energiepreise. Erdgas ist um 80 % gestiegen, die Energiepreise insgesamt um fast 50 %. Vorleistungsgüter stiegen binnen Jahresfrist um 18 %, Metalle um 38 %, Verpackungsmittel aus Holz um 82 %.

Die Europäische Zentralbank geht nach wie vor davon aus, dass der Anstieg der Inflation nur vorübergehend ist und strebt eine „mittelfristige Inflationsrate“ von 2 % an. Dazu passt überhaupt nicht, dass die EZB-Mitarbeitergewerkschaft eine deutlich höhere Inflationsanpassung fordert als die vorgeschlagenen 1,3 %.

Laut der Gewerkschaft führt die Differenz zwischen der vorgeschlagenen Gehaltserhöhung und dem Anstieg der Lebenshaltungskosten nämlich zu einem „dauerhaften Kaufkraftverlust“ für die Mitarbeiter. Selbst wenn der Anstieg der Inflation nur vorübergehend sein sollte, gäbe es keine Garantie, dass die Mitarbeiter ihre Verluste wieder ausgleichen können. „ Die EZB ist nicht in der Lage (oder willens?), ihre eigenen Mitarbeiter gegen die Auswirkungen der Inflation zu schützen“, so die Kritik der EZB-Gewerkschaft.

Die Mitarbeiter der EZB könnten mit ihrer Einschätzung richtig liegen. Das Ende der Fahnenstange scheint in Sachen Inflation jedenfalls noch nicht unbedingt in Sicht. Die Bundesbank rechnet in ihrem jüngsten Monatsbericht, der am 22. November veröffentlichwurde, mit einer Inflation von knapp 6 %.

Gleichzeitig dürfte die Stagflation zurückkehren. Dieser Begriff setzt sich aus „Stagnation“ und „Inflation“ zusammen. Zu Stagflation haben wir in unserem Blog bereits im Juni 2021 geschrieben.

Der Ifo-Geschäftsklimaindex fiel gegenüber dem Vormonat um 1,2 Punkte auf 96,5. Das ist der fünfte Rückgang in Folge. „Lieferenpässe und die vierte Corona-Welle machen den Unternehmen zu schaffen“, kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest.

Der Ifo-Index war in der Vergangenheit recht treffsicher. Engpässe bei Rohstoffen und die schärferen Corona-Beschränkungen schaffen zusätzliche Belastungen. Ich erwarte bestenfalls eine Stagnation, wahrscheinlich sogar eine Schrumpfung der Wirtschaft.

Dennoch: Die Aktienkurse sind insgesamt nicht überzogen und auch in dieser Situation gibt es Unternehmen, die profitieren und wachsen. Es wird allerdings immer deutlicher: Kontoguthaben sind keine Alternative.

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Prof. Dr. Max Otte

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