Electronic Arts – Mit Skaleneffekten zu hohen Margen und starker Bilanz

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Electronic Arts – Mit Skaleneffekten zu hohen Margen und starker Bilanz

Privatinvestor Podcast #22

Electronic Arts arbeitet hoch profitabel. Die Rentabilität des Unternehmens ist in den letzten zehn Jahren dramatisch gestiegen, mit Nettogewinnspannen, auf die einige Konkurrenten neidisch sind. Die Cashflow-Maschine läuft. Höchste Zeit also, dass wir im Privatinvestor Podcast einmal genauer hinschauen.

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Der Spielehersteller ist eines der Unternehmen, die von Corona und den Lockdowns profitiert haben.  Videospiele haben in den letzten Monaten einen nicht unwesentlichen Teil der Freizeitgestaltung, die früher im Freien stattfand, ersetzt. Der Investment-Case ist angesichts der robusten Cashflow-Generierung nach wie vor attraktiv.

Schauen wir einmal auf das Geschäftsmodell:

Electronic Arts ist seit langer Zeit Branchenführer. Das Unternehmen hat sich im Laufe der Jahre einen großen Katalog von Blockbustern erarbeitet. Einige ikonische Franchises der Spielebranche gehören zum Portfolio.

Dadurch, dass das Unternehmen in einem Wachstumssektor tätig ist und gleichzeitig die Rechte an einigen der meistverkauften Sporttitel und -marken besitzt, konnte es seinen Umsatz kontinuierlich steigern. Im 10-Jahresschnitt steht hier ein Plus von 4,2 Prozent. Zwischen 2019 und 2020 wuchs der Umsatz sogar um fast 12 Prozent.

Gestützt auf seine erfolgreichen Franchises wie FIFA, Madden NFL, UFC, Star Wars sowie auf zahlreiche Einzeltitel betreibt EA ein diversifiziertes Portfolio von Marken. Unterschiedlichste Zielgruppen können sich in diesem Universum wiederfinden.

Diese starke Substanz ermöglicht es dem Unternehmen, seine Spiele in einem relativ weit gefächerten Zeitrahmen zu veröffentlichen. Und damit schafft es EA, einen recht kontinuierlichen Einnahmenstrom zu generieren.

Und auch die Skaleneffekte funktionieren bei Videospielen perfekt. Die Rentabilität kann ohne viel Mehraufwand nach oben geschraubt werden. Ein Studio hat die gleichen Kosten, egal ob einige Tausend oder einige Million Exemplare eines Spiels verkauft werden.

Dank der wachsenden Spielerbasis hat EA seine Bruttomarge stark ausweiten können. Aktuell liegt sie bei sehr guten 74,6 Prozent. Die Eigenkapitalrendite liegt bei 27,8 Prozent, die Gesamtkapitalrendite bei 18,8 Prozent.

Und diese Skaleneffekte werden sich in den kommenden Jahren noch weiter verstärken…

Durch den digitalen Vertrieb können die Kosten zukünftig noch weiter nach unten gedrückt werden. Immer mehr Spiele werden als Download an die Spielerin und den Spieler gebracht. DVDs spielen hier noch nur eine Nischenrolle.

Summa summarum: Der konstante Release-Zyklus, die steigende Nachfrage und die steigenden Margen haben dafür gesorgt, dass EA seine Rentabilität souverän steigern konnte und vielleicht noch weiter steigern kann.

Schauen wir uns nun einmal an, wie es um den Free Cashflow bestellt ist:

Dank der Skaleneffekte wird ein großer Teil des operativen Cashflows zum Free Cashflow. Das Geschäft ist wenig kapitalintensiv. Maschinenanlagen und Produktionshallen sind nicht nötig. Der größte Kostenfaktor sind die Entwicklungsstudios, das Marketing und die Spiele-Designer, die kreativen Köpfe hinter den Spielen. Die Manpower hinter einem Computerspiel ist nicht zu verachten. Nicht selten arbeiten mehrere hundert Menschen an einem Spiel.

Den generierten Free Cashflow nutzt EA zum Aufbau einer gesunden Bilanz. Das Current Ratio liegt bei starken 2,6 und der Verschuldungsgrad nur bei 0,05.

In den vergangenen vier Quartalen hat Electronic Arts einen freien Cashflow von 1,88 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet, was bei seinem heutigen Aktienkurs von 132 USD einer Free Cashflow-Rendite von 4,9 Prozent entspricht.

Das Management hat diesen Free Cashflow bislang auf zweierlei Arten verwendet: Zum einen für den Aktienrückkauf, zum anderen zur Stärkung der Bilanz.

In den letzten vier Quartalen hat EA Aktienrückkäufe im Wert von mehr als 1 Mrd. USD getätigt, was dazu führte, dass etwa 3 Prozent der Aktien dem Markt entzogen wurden.

Darüber hinaus hat EA seinen Cash-Bestand auf fast 6 Mrd. USD erhöht. Für die Größe des Unternehmens ist dies ein hoher Wert. Fast 20 Prozent des Enterprise Value sind damit Barmittel. Zum Vergleich: Bei anderen Tech-Größen liegt dieser Wert bei 5 bis 15 Prozent.

Die Kasse für zukünftige Akquisitionen ist also prall gefüllt. Die bevorstehenden Veröffentlichungen der neuen PlayStation sowie der neuen Xbox von Microsoft wird die Konsolidierung der Branche sicherlich vorantreiben. Der Trend geht deutlich in Richtung großer Studios, die Multi-Millionen-Etats für die Entwicklung neuer Blockbuster veranschlagen können.

Auf jeden Fall stellt die Cash-Position von EA ein komfortables Polster für zukünftige Unternehmungen dar.

Und Sie wissen ja, liebe Zuhörer: Der Free Cashflow ist eine wichtige Kennzahl, um unsere Rendite als Aktionäre zu bemessen. Der Free Cashflow ist das Geld, das uns Investoren nach Abzug aller Betriebskosten und der Investitionsausgaben übrig bleibt.

Ich finde das Unternehmen und seine Zahlen sehr interessant. Das Unternehmen ist stark. Eine ganz andere Frage ist die, ob die Aktie aktuell auch attraktiv bewertet ist, sodass ein Einstieg lohnenswert sein könnte.

Der erste Blick auf die Kennzahlen macht mich eher misstrauisch. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis ist mit 6,7 noch in Ordnung. Das KGV liegt bei 19. Dieser Wert ist relativ hoch. Und das PEG-Ratio, dass heißt das Verhältnis des KGV zum Wachstum, liegt bei 4,5. Auch dies deutet schon auf eine gewisse Überbewertung.

Electronic Arts bleibt auf meiner Watchlist. Und wo der Innere Wert der Aktie genau liegt, zeige ich Ihnen in den kommenden Tagen auf dem Privatinvestor-Blog. Bis dahin wünsche ich Ihnen einen angenehme Zeit!

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