So nutzen Sie KGV, KCV und KUV für Ihren Aktienkauf.

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In den Finanzmedien stoßen wir immer wieder auf Kürzel wie KGV, KCV und KUV. Was bedeuten sie? Und inwiefern können sie uns helfen bei der Geldanlage an der Börse?

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Fangen wir mit dem Kurs-Gewinn-Verhältnis, kurz „KGV“ an.

Diese Kennzahl liefert uns Investoren einen ersten Anhaltspunkt darüber, ob die Aktie eines Unternehmens über- oder unterbewertet ist.

Beispielsweise liege der Kurs einer Aktie des Unternehmens A bei 50 EUR, sein Gewinn pro Aktie 2,50 EUR. Daraus errechnet sich ein KGV von 20. Das bedeutet, dass sich der Kaufpreis der Aktie – bei konstantem jährlichen Gewi nn – nach 20 Jahren durch die Gewinne amortisiert hätte. Liegt das KGV vergleichbarer Unternehmen bei 15, könnte dies darauf hindeuten, dass die Aktie des Unternehmens A überbewertet ist. Je höher das KGV, desto teurer ist die Aktie.

Das KGV ist heute noch sehr gebräuchlich, sagt für sich allein aber noch zu wenig über den Preis aus. Dies liegt an der bilanztechnischen „Flexibilität“ des Begriffes „Gewinn“. Hier können geschickte Buchhalter sehr viel drehen, so dass wir Anleger uns nicht ausschließlich auf das KGV verlassen sollten.

Weiter geht es also mit dem Kurs-Umsatz-Verhältnis, kurz „KUV“.

Bei Unternehmen, die noch keinen Gewinn erwirtschaften, sind althergebrachte Kennziffern wie etwa das oben beschriebene Kurs-Gewinn-Verhältnis (noch) nicht anwendbar. Um solche Unternehmen trotzdem einer Bewertung unterziehen zu können, nutzen wir das Kurs-Umsatz-Verhältnis.

Diese Kennzahl wurde hauptsächlich dazu entwickelt, um Start-ups bewerten zu können. Hier wird in den ersten Börsenjahren zunächst nicht primär die Erzielung eines Gewinns angestrebt. Eher der Ausbau der Kundenbasis und der Gewinn von Marktante ilen steht im Vordergrund.

Entscheidend sind beim Kurs-Umsatz-Verhältnis nicht die kurzfristig zu erzielenden Gewinne, sondern schnelles Umsatzwachstum – eben in der Annahme, dass aus den steigenden Umsätzen zu einem späteren Zeitpunkt weitaus höhere Gewinne generiert werden können.

Zur Berechnung des Kurs-Umsatz-Verhältnisses wird die aktuelle Marktkapitalisierung eines Unternehmens durch seinen aktuellen Umsatz dividiert. Bei einem niedrigen Kurs-Umsatz-Verhältnis gilt die Aktie als günstig, bei einem hohen Kurs-Umsatz-Verhältnis gilt sie als teuer.

Auch das Kurs-Umsatz-Verhältnis sollten Sie, liebe Leser, letztlich nur als eine Komponente Ihres Entscheidungsprozesses nutzen. Wir Value-Investoren meiden junge, unprofitable Unternehmen.  Dennoch kann das Kurs-Umsatz-Verhältnis durchaus eine gute Ergänzung darstellen – insbesondere zwecks Vergleich mehrerer Unternehmen derselben Branche.

Die letztliche Kaufentscheidung sollten Sie aber unedingt (auch) von anderen Faktoren abhängig machen. Ein Unternehmen, das seine Profitabilität noch nicht bewiesen hat, ist selten mehr als eine Wette auf die Zukunft.

Zu guter Letzt werfen wir nun noch einen Blick auf das Kurs-Cashflow-Verhältnis, kurz „KCV“.

Zur Berechnung des KCV wird der Aktienkurs durch den Cashflow pro Aktie dividiert. Um auch die Zukunftsperspektiven des analysierten Unternehmens in den Blick zu nehmen, können wir zudem die erwarteten, künftigen Cashflows in die Berechnung einbeziehen.

Das Kurs-Cashflow-Verhältnis stellt die interne Finanzierungskraft eines Unternehmens wesentlich besser dar als der ausgewiesene Bilanzgewinn. Somit ist auch die Aussagekraft des Kurs-Cashflow-Verhältnisses letztlich treffender als die des Kurs-Gewinn-Verhältnisses.

Die Kennziffer Kurs-Cashflow-Verhältnis drückt aus, mit welchem Vielfachen des Cashflows die Aktie eines Unternehmens aktuell notiert.

Stehen Sie als Investor vor einer Anlageentscheidung in Aktien mit gleichem Kurs-Gewinn-Verhältnis, so können Sie ergänzend das Kurs-Cashflow-Verhältnis zu Rate ziehen. Hier sollten Sie die Aktie mit dem niedrigeren Kurs-Cashflow-Verhältnis wählen. Denn dadurch wird ausgedrückt, dass das Unternehmen über eine höhere interne Finanzierungskraft verfügt – was letztlich zu einer tendenziell positiveren Kursentwicklung führt.

Ein weiterer Grund für die Verwendung des Kurs-Cashflow-Verhältnisses kann ein fehlender Gewinn sein. Denn in dieser Situation kann folglich kein Kurs-Gewinn-Verhältnis ermittelt werden.

Doch auch Cashflow und Kurs-Cashflow-Verhältnis eignen sich nicht uneingeschränkt für die Bewertung von wachstumsorientierten Titeln. Folgende Fallstricke sollten Sie beachten:

  1. Auch der Cashflow eines Unternehmens kann negativ sein. Das bedeutet dann, dass die Ermittlung des Kurs-Cashflow-Verhältnisses nicht möglich ist und ein Vergleich dieses Unternehmens mit anderen Unternehmen nicht durchgeführt werden kann.
  2. Eine weitere Einschränkung der Anwendbarkeit des Kurs-Cashflow-Verhältnisses ergibt sich aufgrund der stark voneinander abweichenden Ausstattung mit Anlagevermögen und des damit verbundenen Abschreibungsbedarfs der verschiedenen Branchen. Die Vergleiche von Unternehmen unterschiedlicher Wirtschaftszweige mittels Kurs-Cashflow-Verhältnis ist daher nur bedingt möglich.

Für die Kennziffer Kurs-Cashflow-Verhältnis gelten letztlich ähnliche Kritikpunkte wie für das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). Probleme treten insbesondere in folgenden Situationen auf:

  1. Betrachten wir das Kurs-Cashflow-Verhältnis einer Aktie, so lässt sich aus dieser isolierten Betrachtung noch keine Aussage darüber treffen, ob der Wert auf diesem Kursniveau kaufenswert ist oder nicht.
  2. Bei der Betrachtung verschiedener Unternehmen anhand deren Kurs-Cashflow-Verhältnisse müssen wir sicherstellen, dass diese unterschiedlichen Unternehmen auch tatsächlich vergleichbar sind, um nicht zu einem verfälschten Ergebnis zu kommen.
  3. Weist ein Unternehmen keinen positiven Cashflow auf, so kann es folglich nicht über eine Analyse des Kurs-Cashflow-Verhältnisses bewertet werden.

Trotz all dieser Schwächen ist das KCV dem (weiter verbreiteten) KGV überlegen. Das Kurs-Cashflow-Verhältnis sollte in Ihrem Entscheidungsprozess keinesfalls fehlen.

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